Unterbringung
Im deutschen Tierschutzgesetz werden in §2 zur Tierhaltung folgende Vorschriften gemacht:
Zitat § 2 Tierschutzgesetz:
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
- muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
- darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
- muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.
Die Größe einer Hamsterbehausung sollte in erster Linie an den Bedürfnissen des Tieres orientiert sein.
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz - nachfolgend TVT genannt - empfiehlt in dem von ihr herausgegebenen Merkblatt für Hamster einen Käfig, ein Terrarium oder ein Aquarium mit den Maßen 100 cm x 50 cm x 50 cm, BxTxH, in dem eine Einstreutiefe von mindestens 15 cm gewährleistet wird.
Die Haustier-WG schlägt folgende Mindestmaße für die Anschaffung einer Hamsterunterkunft vor. Diese richtet sich in erster Linie danach, eine möglichst verhaltens- und artgerechte Haltung zu ermöglichen.
Empfehlung von rennmaus.de zur Unterbringung
Aquarien mit Abdeckung oder Nagerterrarien, die das Befüllen einer Einstreuhöhe von idealerweise 15 cm ermöglichen und ein Mindestmaß von 100 cm x 50 cm x 50 cm, idealerweise mit mehreren Etagen, aufweisen.
Empfehlung von rennmaus.de zur Hamsterhaltung
- Einzelhaltung
- Sandbad zur Fellpflege
- Mindesteinstreuhöhe von 15 cm
- Röhren und andere Gegenstände, beispielsweise Steine, Äste, Mangroven-Wurzeln, die den Tieren das Anlegen eines Gangsystems erleichtern
- Mindestens ein geeignetes Häuschen zum Schlafen, Bunkern, Verstecken und als Toilette
- Nistmaterial, beispielsweise Heu, Stroh, Küchenpapier, Taschentücher
- Pappe und/oder Holz zum Zernagen als Beschäftigung
- Laufrad mit einem Mindestdurchmesser von 27 cm, für große Tiere sind Laufräder ab 30 cm geeignet.
Weitere Informationen zu den einzelnen Einrichtungegenständen bietet der Artikel über die optimale Einrichtung einer Unterkunft für Goldhamster.
Aquarien oder Nagerterrarien werden auch in geringeren Größen angeboten,
allerdings sollte sich die Wahl der Größe der Unterbringung grundsätzlich nach dem Bewegungsdrang der Tiere richten und nicht danach, wie viel Platz ein Halter bieten möchte.
Ein großes Becken kann fantasievoller und für das Tier somit artgerechter eingerichtet werden und ist bei einem Neuerwerb einem Kleineren vorzuziehen.
Abdeckung ja oder nein?
Viele Halter lassen die Unterkünfte der Hamster sogar ohne Abdeckung und somit oben offen, solange gewährleistet ist, dass der Hamster nicht ausbrechen kann. Natürlich dürfen in einem solchen Fall auch keine Katzen oder Hunde im Haushalt sein, die den Hamster als Beute auch nur erahnen könnten.
Für Aquarien können Abdeckungen ohne großes handwerkliches Geschick aus Holz und Volierendraht schnell selbst gebaut werden.
Standort der Unterkunft
Nicht jeder Standort ist geeignet für eine Unterkunft des Goldhamsters. Worauf geachtet werden soll, damit der Goldhamster durch einen nicht optimal gewählten Standort seiner Behausung ständig gestört und somit krank wird, wird im Artikel über den Käfigstandort erläutert.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Behausungen
Für die Unterbringung von Goldhamstern empfehlen wir ein ausreichend großes Aquarium mit entsprechendem Gitterdeckel. Dennoch stellen wir hier gerne die Vor- und Nachteile verschiedener, im Zoohandel erhältlicher Behausungen gegenüber.
Kleintierkäfig - Käfige aus Plastik
Die meist bunten Kleintierkäfige werden mit einer umfangreichen Ausstattung aus Plastik, beispielsweise Etagen, Näpfe oder gar Laufräder in Zoofachhandlungen oder Baumärkten mit Tierabteilung angeboten.
Vorteile:
- Geringes Gewicht
- Praktische Befestigung von Trinkflaschen
Nachteile:
- Oft zu geringe Größe
- Plastikeinrichtung ist aufgrund der Nagegefahr gesundheitsgefährdend
- Nur geringe Einstreuhöhe möglich
- Große Gefahr von Zugluft bei der Wahl eines ungeeigneten Standortes
- Große Gefahr durch andere Haustiere, beispielsweise Katzen
- Lautes Gitternagen
- Gitterabstände sind bei Käfigen ab 120 cm Breite so groß, dass Hamster leicht hindurchpassen könnten. Käfige mit kleinerem Gitterabstand sind allerdings viel zu klein für die bewegungsfreudigen Tiere!
- Plastikkäfige enthalten meist zu kleine Laufräder, die für den Rücken der Tiere äußerst schädlich sind
Terrarium
Terrarien gibt es häufig in speziellen Reptilienfachgeschäften oder auch im gut sortierten Zoofachhandel zu erwerben.
Vorteile:
- Kaum Zugluftgefahr
- Schutz vor anderen Haustieren
- Zugriffmöglichkeit von vorne, somit wird der Hamster nicht durch Bewegungen von oben (ähnlich wie bei einem Raubvogelangriff) verschreckt
Nachteile:
- Meist sehr hohe Anschaffungskosten
- Hohes Gewicht durch Vollverglasung
- Durch die Schiebetüren ist nur eine geringe Einstreuhöhe möglich
- Durch Streu zugebuddelte Lochblechschienen verhindern eine ausreichende Belüftung, was zu hoher Luftfeuchtigkeit und somit Schimmel-, Parasiten- und Pilzbefall führen kann.
- Schlechte Belüftung durch Vollverglasung, Alternative: Entfernung eines Teils der oberen Verglasung und Ersatz durch Volierendraht. Hier könnte dann auch direkt auf ein geeigneteres Aquarium zurückgegriffen werden.
- Einrichtungsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt durch Schiebetüren
- Hohe Staubbelastung innerhalb des Terrariums
- Befestigung von Trinkflaschen gestaltet sich schwierig
- Reinigung aufgrund der Führungsschienen eher schwierig
Grundsätzlich gilt: Eine artgerechte Einrichtung sollte bei allen Unterkünften möglich sein. Bei Plastikkäfigen und Terrarien gestalten sich die Einrichtungsmöglichkeiten eher schwierig, daher sind Aquarien für die Haltung von Goldhamstern allen anderen Unterbringungsmöglichkeiten vorzuziehen.




