Gesundheitscheck
Wichtig ist die genaue Beobachtung aller Rennmäuse im Gehege. Auch wenn die ausgesuchten Tiere gesund erscheinen, können sie sich leicht von anderen, möglicherweise erkrankten Tieren der Gruppe angesteckt haben.
Augen
Eine gesunde Rennmaus ist an komplett geöffneten Augen, einem klaren Blick, schnellen Reaktionen und der natürlichen Neugier zu erkennen. Eine Rennmaus ist krank, wenn sie halb oder ganz geschlossene sowie trübe Augen hat. Ist ein solches Tier in der Gruppe, sollte auch keine andere Rennmaus aus der Gruppe erworben werden.
Nach dem ersten Beobachten sollten die ausgesuchten Tiere nun zur besseren Ansicht einmal in die Hand genommen werden. Bei unerfahrenen Haltern ist es aufgrund der Wendigkeit der kleinen Nager sinnvoll den Züchter oder das Verkaufspersonal um Hilfe zu bitten, um Unfälle zu vermeiden.
Fell
Das Fell der gesunden Rennmaus ist glatt und glänzend. Eine Rennmaus ist krank, wenn sie mattes, abstehendes oder fettiges Fell hat. Ist dies der Fall, sollte mit einem Finger vorsichtig das Fell der Rennmaus zurückgestrichen werden, so dass die Haut sichtbar wird. Dort vorhandene kleine Krabbeltiere oder Hautschuppen lassen auf einen Parasitenbefall schließen. Unter diesen Umständen sollte von dem Kauf einer oder mehrerer Rennmäuse aus der Gruppe abgesehen werden.
Zähne
Zuletzt sollte noch eine Zahnkontrolle durchgeführt werden, indem ein Leckerchen über die ausgewählte Rennmaus gehalten wird. Wenn sie sich danach reckt, sind die Zähne meistens gut zu sehen. Diese sollten eine orange bis gelbe Färbung aufweisen. Weiße Zähne deuten auf eine Mangelernährung hin. Zudem sollten die Zähne gerade stehen und nicht etwa in die andere Hälfte des Kiefers wachsen. Zahnfehlstellungen können der Rennmaus große Schwierigkeiten bereiten und bedürfen einer regelmäßigen Kürzung durch den Tierarzt.
Erscheinungsbild
Ausscheidungen
Falls in der Behausung der Rennmäuse Kot sichtbar sein sollte, ist es ratsam auch diesen genauer zu betrachten. Rennmauskot sollte dunkelbraun und fest sein. Eine flüssige Konsistenz lässt auf Durchfall schließen.
Missbildungen oder Verletzungen
Von einem Kauf absehen werden sollte bei Tieren mit Missbildungen oder Verletzungen. Diese sind sehr oft auf Zuchtschäden oder falsche Haltung zurückzuführen, was nicht unterstützt werden sollte.
Gesundheitscheck bestanden?
Sollte diese erste Gesundheitskontrolle zufriedenstellend ausgefallen sein, steht einem Kauf und somit einer hoffentlich langen Freundschaft nichts mehr im Wege.
Für Anfänger ist es außerdem empfehlenswert, die Neuzugänge einem Tierarzt vorzustellen, der sie einer routinemäßigen Gesundheitskontrolle unterzieht. Auch eine Kotuntersuchung kann sinnvoll sein, besonders, wenn die Tiere aus Notfällen oder von nicht erfahrenen Haltern stammen, denn auch gesund erscheinende Rennmäuse können Parasiten beherbergen. Ein kompetenter Tierarzt wird zudem die Geschlechter kontrollieren können. Für einen solchen Routinecheck sollten zirka zehn Euro eingeplant werden.
Bei einer Feststellung von Krankheiten kurz nach dem Kauf der Tiere ist die Beweislage schwierig, da meist nicht nachgewiesen werden kann, dass die Tiere schon beim Kauf infiziert waren. Dennoch sollte eine freundliche Benachrichtigung erfolgen.
Bestimmung des Geschlechts
Sollte im Nachhinein festgestellt werden, dass beim Kauf ein Fehler bei der Geschlechtsbestimmung unterlaufen ist, darf das Tier zu manchen Zoohandlungen oder Züchtern zurückgebracht werden und es folgt die Einigung auf eine Entschädigung, beispielsweise der Tausch des Tieres gegen eines mit dem gewünschten Geschlecht. Hierbei wäre jedoch zu beachten, dass diese mit der bereits gekauften Maus vergesellschaftet werden muss.
Erwerb eines Einzeltieres zur Vergesellschaftung
Während Jungtiere sofort vergesellschaftet werden müssen, empfiehlt es sich, beim Erwerb einer älteren Rennmaus eine Kotuntersuchung durchführen zu lassen und das Ergebnis abzuwarten bevor man mit der Vergesellschaftung am Trenngitter beginnt. Auf diese Weise kann das Einschleppen von Parasiten in den eigenen Bestand verhindert werden. Weitere Hinweise zur Vergesellschaftung von Rennmäusen finden sich im Abschnitt Vergesellschaftung.




