Gebärmutterentzündung
Im Bereich der Geschlechtsöffnungen ist verklebtes Fell oft der erste Hinweis auf eine Erkrankung, die einer sofortigen tierärztlichen Behandlung bedarf. Bei weiblichen Hamstern kann die Verschmutzung der Genitalregion beispielsweise auf eine Gebärmutterentzündung (Pyometra) hinweisen.
Besonders bei älteren Tieren ab zirka einem Jahr treten Entzündungen der Gebärmutter gehäuft auf.
Sie geht oft mit unspezifischen Krankheitssymptomen einher:
Symptome
- Stark riechender, eitriger Vaginalausfluss, der mit Blut durchsetzt sein kann
- Schmerzsymptome sind möglich: angelegte Ohren, gekrümmter Rücken, unsicherer Gang oder Schmerzlaute bei Druckausübung
- Deutlich reduziertes Allgemeinbefinden
- Angespannter und praller Bauch, vor allem bei einer geschlossenen Gebärmutterentzündung
- Unter Umständen verminderte Mobilität, Trägheit, vermehrtes Schlafen
- Appetitlosigkeit und Gewichtsschwankungen
Zur Vorbeugung einer Gebärmutterentzündung empfiehlt sich die tägliche Reinigung der Toilettenecke!
Ursachen
Hamsterweibchen sind in regelmäßigen Abständen, meist alle drei bis vier Tage, paarungsbereit. Eine Paarungsbereitschaft äußert sich bei Hamstern durch die leichte Öffnung der Vagina, was allerdings von Haltern oft nicht bemerkt wird. Während der "Hitze", wie die Paarungsbereitschaft auch genannt wird, können durch die leichte Vaginaöffnung Bakterien in die Gebärmutter gelangen und führen dann dort zu einer Entzündung.
Gebärmutterentzündungen werden durch unsaubere Haltung begünstigt, besonders verschmutze Einstreu und nicht regelmäßig gesäuberte Toilettenecken.
Auch Stress und zu häufige Trächtigkeiten vermindern die Immunabwehr und sorgen so für eine leichtere Infektion.
Erste Hilfe
- Austauschen des gesamten Nistmaterials
- Wärme, durch beispielsweise Baumwolleinstreu oder durch die Zuhilfenahme einer Wärmelampe
- Sofortiges Aufsuchen eines Tierarztes, da eine Gebärmutterentzündung unbehandelt zum Tod des Tieres führt
Tierärztliche Behandlung
- Zytologische Untersuchung des Vaginalsekrets, gegebenenfalls auch Verdachtsbestätigung durch eine sonografische Untersuchung der Gebärmutter
- Gabe von Antibiotika (beispielsweise Baytril) für mindestens eine Woche sowie Verabreichung von Schmerzmitteln (beispielsweise Metacam)
- Bei wiederkehrenden Gebärmutterentzündungen kann die operative Entfernung der Gebärmutter Mittel der Wahl sein
Achtung: Mittelhamsterweibchen weisen während ihrer fruchtbaren Tage einen zähen, weißlichen Ausfluss auf, der einen spezifischen Geruch aufweist und eine Kruste an der Scheidenöffnung bilden kann. Dieser Vaginalausfluss geht jedoch nicht mit den oben genannten Symptomen einher und wird im Normalfall von den Tieren selber weggeputzt.




