Gartenhaltung
Neben den grundsätzlichen Punkten zur Außenhaltung von Meerschweinchen gibt es auch für Gehege im eigenen Garten einiges zu beachten. So geben wir hier einen Überblick über den geeigneten Standort, Unterkunft und Hinweise zur Bepflanzung.
Welche Gebäudearten werden benötigt
Stall oder Schutzhütte?
Die eigentliche Schutzhütte sollte so klein sein, dass die Meerschweinchen bequem hinein passen, mit ihrer Körperwärme aber die Hütte ausreichend aufwärmen können, so dass die Temperatur niemals in den Minusbereich abrutschen kann. Ein Windfang hinter dem Eingang und ein separater Raum für Wasser und Frischfutter sind sinnvoll. Die eigentliche Schlafkammer wird im Winter mit viel Stroh, Heu und Einstreu zusätzlich ausgepolstert und muss bei jedem Wetter täglich gereinigt werden – nasse Einstreu lässt die Meerschweinchen zu stark auskühlen.
Zur Isolation empfiehlt sich ein schichtweiser Wandaufbau aus Holz-Styropor-Holz. Auch der Boden und das Dach müssen isoliert werden. Im Sommer muss besonders der Stall im Schatten liegen, um einen Wärmestau zu vermeiden.
Im Winter sollte ein Thermometer im Innenraum angebracht werden, mit Kirschkernkissen oder Snuggle Safe kann man die Temperatur an sehr kalten Tagen etwas erhöhen. Sollte aber über Nacht das Wasser bis unten durchfrieren, müssen die Meerschweinchen in die Wohnung geholt werden. Bei zu starker Kälte können Meerschweinchen kaum ausreichend Energie durch Futter aufnehmen, wie sie zur Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur benötigen.
Zu überlegen ist die Möglichkeit einer leichten Beheizung der Schutzhütte. Im Gartenbedarf gibt es für Gewächshäuser so genannte Frostwächter zu kaufen, die so eingestellt werden können, dass sie bei Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt eine Heizung einschalten, bis wieder angenehmere Temperaturen erreicht sind. Sie verbrauchen nicht viel Strom, sind aber sehr viel sicherer für die Tiere. Die Heizung selbst kann beispielsweise aus Wärmedrähten für den Terrarienbedarf oder Wärmelampen bestehen, dabei unbedingt Anleitungen und Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien beachten. Sinnvoll wäre hierbei ein geräumiges und beheiztes Gartenhäuschen, in dem die Meerschweinchen auch ausreichend Bewegungsmöglichkeiten haben.
Gartenhäuschen als Meerschweinchengehege
Eine sehr komfortable Möglichkeit zur Außenhaltung bilden Gartenhäuschen. Sie bieten Schutz vor Sonne, Wind und Wetter und es gibt geräumige Größen zu vernünftigen Preisen. Mit angeschlossenem raubtiersicheren Auslauf und eingebauter doppelt isolierter Schutzhütte bieten sie den Meerschweinchen auch bei schlechtem Wetter genug Bewegungsmöglichkeiten. Gartenhäuschen sind meist raubtiersicher und können gut beheizt und beleuchtet werden. Auch für den Halter sind Gartenhäuschen praktischer, das Misten findet im Trockenen statt und Platz für Futter, Heu und Streu ist auch gleich vorhanden.
Pflanzen im Gehege
Hohe, große Gehege können bepflanzt werden, allerdings müssen die für die Bewohner erreichbaren Regionen mit Zaun umwickelt werden, um einen übermäßigen Fraß vorzubeugen. Natürlich kommen nur ungiftige und wuchsfreudige Pflanzen in Frage.
Im Winter in die Wohnung?
Wenn es irgend möglich ist, ist es in jedem Fall vorzuziehen, Meerschweinchen bei längeren Schlechtwetterperioden oder im Winter in die Wohnung zu holen. Sie sind nicht für europäische Winter geschaffen und müssen bei strengem Frost sonst zu viel in der Schutzhütte bleiben. Alternativ ist es möglich, ein Gartenhäuschen zu bauen und dieses über Winter zu beheizen. Es gibt für Gewächshäuser Frostwächter, die sich so einstellen lassen, dass sie bei Temperaturen unter fünf Grad anspringen und das Häuschen dann auf acht Grad erwärmen – damit bleiben bei vernünftiger Isolation die Stromkosten im Rahmen und auch ältere Meerschweinchen können bei ihrer Gruppe bleiben.
Was tun bei Unwetter?
Besteht eine Unwetterwarnung sollte es völlig selbstverständlich sein, dass alle Tiere in Sicherheit gebracht werden. Im Winter empfiehlt sich hierbei ein kühler Keller oder eine Garage.
Stromversorgung
Insbesondere im Winter ist eine ordentliche Beleuchtung im Stall notwendig. Wenn es erst spät hell wird und früh wieder dunkel bleibt sonst kaum eine Möglichkeit, die Tiere zu beobachten, und Füttern und Misten mit Taschenlampe gestaltet sich auch sehr umständlich.
Beobachtungsposten
Natürlich will der Halter die Meerschweinchen nicht nur füttern und misten, sondern auch beobachten. Insbesondere im Winter ist eine gute Beobachtung sehr wichtig, um eventuelle Erkrankungen frühzeitig zu bemerken und gegensteuern zu können, bevor mehrere Tiere in die Wohnung geholt werden müssen. Daher sollte beim Bau gleich eingeplant werden, dass die Unterkunft auch für den Halter selbst einen Platz zum Beobachten bietet, ggf. auch ein Fenster in der Schutzhütte. Alternativ wird ein Teil des Auslaufs so hoch gebaut, dass ein Mensch darin sitzen kann. Gerade im Winter ist hierfür auch eine Beleuchtung notwendig.
Materialbedarf und -kosten
Für die Schutzhütte werden dickere Echtholzplatten verwendet, die mit Holzschutzlack jedes Jahr gestrichen werden müssen. Siebdruckplatten oder Presspanplatten sind oft von den Eigenschaften zur Wärmedämmung weniger gut geeignet, deswegen sollte die Materialwahl auch in dieser Hinsicht überprüft werden. Das Gehege baut man aus dickeren Kanthölzern und festen Winkeln. Als Draht muss Volierendraht verwendet werden, Sechseckdraht bietet nicht die nötige Sicherheit. Verzinkter Draht ist ein guter Schutz gegen Durchrosten, dennoch sollte der Draht jährlich überprüft werden, insbesondere bodennahe Teile sollten im Zweifelsfall öfter erneuert werden. Für die Überdachung des Auslaufs kann Wellkunststoff verwendet werden, darunter sollte dennoch Gitter sein, um auch kleine Löcher, durch die sowohl Marder, Mauswiesel als auch Ratten schlüpfen könnten, zu vermeiden.
Die reinen Materialkosten übersteigen leicht 500 Euro. Ein detailliertes Nachrechnen ist zwingend nötig, da der Bau einer geeigneten Unterkunft schnell den Preis einer nur oberflächlich geplanten und somit meist das Budget überschreitet!
Bodenbelag
Im Stall kann normale Kleintierstreu verwendet werden. Als urindichte Unterlage eignet sich im Außenbereich vor allem Teichfolie. Für das Gehege schwebt den meisten Außenhaltern erst mal Gras vor, aber leider wird daraus meistens nichts – die Meerschweinchen weiden alles bis auf die Wurzeln ab, und wenn nicht mehrere Abteile immer wieder neu abgeteilt und angesät werden, bleibt bald nur noch Erde übrig.
Diese kann gestampft werden und so bleiben, mit Gartenplatten ausgelegt oder mit Sand oder Rindenmulch eingestreut werden. Der Bodengrund sollte regelmäßig überprüft werden, auch darunter sollte nach schimmeligen Stellen gesucht und bei Bedarf erneuert werden.




