Fette Sandratte
Hier kannst du mehr ĂŒber die sowohl tag- als auch nachtaktiven, kletterfreudigen Fetten Sandratten erfahren.
Einordnung
- Ordnung: Rodentia (Nagetiere)
- Unterordnung: MĂ€useverwandte (Myomorpha)
- Unterfamilie: MĂ€useartige (Muroidea)
- Familie: LangschwanzmÀuse (Muridae)
- Wissenschaftliche Bezeichnung: Psammomys obesus
- Deutsche Bezeichnung: Fette Sandratte
- Englische Bezeichnung: Sand Rat
Eigenschaften
- Stammherkunft: SandwĂŒsten von Algerien bis Saudi-Arabien
- Lebenserwartung: Zirka fĂŒnf Jahre
- Geschlechtsreife: Zirka 12 Wochen
- WurfgröĂe: Drei bis fĂŒnf Jungtiere
- Fellfarbe: Agouti (Wildfarbe)
- KörperlÀnge: Zirka 18 cm
- SchwanzlÀnge: Zirka 12 bis 15 cm inklusive Schwanzquaste
- Gewicht: 180 bis 200 g
Die Fette Sandratte ist ein meist gemĂŒtliches, aber auch stressanfĂ€lliges Tier, das gerne an warmen PlĂ€tzen, beispielsweise auf Heizsteinen oder unter WĂ€rmelampen liegt. Ansonsten klettert sie gerne. Gebuddelt und genagt wird eher selten.
Haltung
Ideal ist eine gleichgeschlechtliche Haltung, in der durchaus mehr als zwei Tiere möglich sind. Auch ein Kastrat zu einem Weibchen hat sich bewĂ€hrt. Kastraten werden im Gegensatz zu anderen Rennmausarten bei Fetten Sandratten sehr gut akzeptiert. Dennoch ist das Risiko einer Kastration fĂŒr einen Fetten Sandrattenbock nicht zu unterschĂ€tzen. Eine ausfĂŒhrliche Beratung durch einen kompetenten Tierarzt ist sinnvoll. Falls eine gemischtgeschlechtliche Gruppe gehalten wird, sollte eine ausreichend groĂe weitere Behausung bei zu hoher Reproduktionsrate bereitstehen, um die Tiere nach Geschlechtern trennen zu können. Meist legen die Elterntiere nach dem zweiten Wurf eine Pause ein oder zeugen bei Platzmangel gar keine Nachkommen mehr. Das Terrarium sollte stets groĂ genug sein, damit das MĂ€nnchen dem Weibchen aus dem Weg gehen kann, weil dieses wĂ€hrend der TrĂ€chtigkeit durchaus sehr zickig und bissig werden kann.
Die Unterkunft fĂŒr zwei Fette Sandratten sollte mindestens eine GrundflĂ€che von 120 x 50 cm haben. Die Höhe darf einen Meter oder mehr betragen, da sie auch gerne klettern. Wer ihnen den Platz in die Höhe nicht geben kann, sollte dafĂŒr mehr GrundflĂ€che anbieten. Je gröĂer die Voliere oder KĂ€fig, desto besser. Auch freuen sich Fette Sandratten ĂŒber gesicherten Freilauf in der Wohnung.
Die ideale Einstreuhöhe betrĂ€gt 15 bis 25 cm, da sie sich trotz eingeschrĂ€nkter BuddelaktivitĂ€t gerne eine Schlafhöhle bauen. Es bietet sich eine Voliere/Terrarium, oder ein sehr groĂes Aquarium mit Aufbau als Behausung an. GroĂe Volieren/Terrarien lassen sich zum Beispiel aus OSB-Platten und Kaninchendraht selbst bauen.
Als EinrichtungsgegenstĂ€nde empfehlen sich Tonröhren, gröĂere HĂ€user, groĂe Papprollen und dicke Ăste zum Klettern.
Ein Sandbad sollte auch zur VerfĂŒgung stehen, weil es gerne als Toilette benutzt wird. Als angenehmer Nebeneffekt wird dem Halter das Reinigen der Behausung erleichtert. Zum Baden wird ein Sandbad allerdings nicht genutzt.
Verhalten
Fette Sandratten sind sehr neugierige Tiere, die mit etwas Geduld und Leckerchen sehr schnell zahm werden und auch gerne auf ihrem Menschen herumtollen und -klettern. Dennoch eignen sie sich nur bedingt als Haustiere fĂŒr kleine Kinder, da sie schnell ihre unerwartet scharfen ZĂ€hnchen zeigen, wenn sie sich zu sehr bedrĂ€ngt fĂŒhlen.
Nachwuchs
Die Tragzeit bei den Fetten Sandratten betrÀgt zirka 25 - 30 Tage.
Das Muttertier nutzt eine gute Versteckmöglichkeit, die gerne auch unterirdisch liegen kann, und verbirgt ihren Nachwuchs, bis dieser meist bereits befellt das Nest von alleine verlĂ€sst. In dieser Zeit kann es vorkommen, dass das ansonsten sehr zahme Weibchen zum Zwicken neigt, um das Nest und die Jungen zu beschĂŒtzen.
Fette Sandrattenweibchen sind in der Regel, wenn sie nicht durch Ă€uĂere EinflĂŒsse stark gestört werden, sehr gute und fĂŒrsorgliche MĂŒtter. Es werden meistens zwischen drei und sechs Jungtiere geboren.
ErnÀhrung
Die ErnĂ€hrung von Fetten Sandratten ist etwas komplizierter als die Mongolischer RennmĂ€use. Sie ernĂ€hren sich vorwiegend von BlĂ€ttern, StĂ€ngeln von Sukkulenten und salzhaltigen GĂ€nsefuĂgewĂ€chsen, beispielsweise die Salzmelde. Fette Sandratten dĂŒrfen nicht mit energiereichem Futter ernĂ€hrt werden, da sie zu Diabetes mellitus neigen. Obst, das genauso wie Karotten zuckerhaltig ist, sollte nicht verfĂŒttert werden, weil die Tiere davon erblinden können. Am besten eignet sich Degu-Futter, weil diese eine Ă€hnlich komplizierte ErnĂ€hrung benötigen.
Informationen zu Diabetes Mellitus bei Fetten Sandratten entsprechen den Informationen fĂŒr Mongolische RennmĂ€use. Eine ErlĂ€uterung der Krankheit sowie eine Auflistung geeigneter und ungeeigneter Nahrungsmittel bietet die Informationsseite ĂŒber Diabetes Mellitus bei Mongolischen RennmĂ€usen.
Falls Fetten Sandratten keine separate Wasserquelle in Form einer Trinkflasche oder einem Wassernapf zur VerfĂŒgung gestellt wird, sollte dringend auf eine ausreichende Zufuhr von frischem GemĂŒse geachtet werden.




