Persische Rennmaus
Neugierig, äußerst aktiv und einfach zu zähmen - diese verträgliche Rennmausart wird in der Heimtierhaltung immer beliebter. Mehr zur Persischen Rennmaus, beispielsweise ihre Haltung sowie einer artgerechten Ernährung, wird hier beschrieben.
Eigenschaften
- Stammherkunft: Afrikanischer und Asiatischer Kontinent
- Lebenserwartung: Zirka sechs bis zehn Jahre
- Geschlechtsreife: Zirka 12 Wochen
- Jungenanzahl: Zwei bis zehn Jungtiere
- Fellfarbe: Agouti (Wildfarbe)
- Körperlänge: Zirka 20 cm
- Schwanzlänge: Zirka 16 bis 20 cm inklusive Schwanzquaste
- Gewicht: 160 bis 190 g
Persische Rennmäuse zählen zu den größten Rennmausarten. Ihr hervorstehenden Merkmale sind, neben ihrem aktiven und dennoch recht umgänglichen Wesen, die großen schwarzen Knopfaugen und der beeindruckend lange und kräftige Schwanz. Die Persische Rennmaus buddelt und klettert gleichermaßen gerne und ist außerordentlich nagefreudig.
Da die Persischen Rennmäuse gute und geschickte Kletterer sind, sollte ein Aufbau oder eine entsprechende Voliere gut gegen Ausbrüche und Zernagen gesichert sein.
Haltung
Ideal ist eine gleichgeschlechtliche Paarhaltung oder ein Kastrat zu einem Weibchen. Kastraten werden im Gegensatz zu anderen Rennmausarten bei Persischen Rennmäusen sehr gut akzeptiert. Dennoch ist das Risiko einer Kastration für einen Persischen Rennmausbock nicht zu unterschätzen. Eine ausführliche Beratung durch einen kompetenten Tierarzt ist sinnvoll.
Falls eine gemischtgeschlechtliche Gruppe gehalten wird, sollte eine ausreichend große weitere Behausung für eine Trennung bei zu hoher Reproduktionsrate bereitstehen um nach Geschlechtern trennen zu können.
Die Unterkunft für zwei Persische Rennmäuse sollte mindestens eine Grundfläche von einem halben Quadratmeter haben (zum Beispiel 100 x 50 cm). Die Höhe darf einen Meter oder mehr betragen, da sie auch gerne klettern. Je Größer die Voliere oder Käfig, desto besser. Auch freuen sich Persische Rennmäuse über gesicherten Freilauf in der Wohnung.
Die Einstreuhöhe beträgt idealerweise 40 bis 50 cm, da sie sich sehr gerne Verstecke buddeln. Es bietet sich eine Voliere mit hoher Bodenwanne oder ein sehr großes Aquarium mit Aufbau als Behausung an. Große Volieren lassen sich zum Beispiel aus OSB-Platten und Kaninchendraht selbst bauen. Auch können Regale oder ausgediente Schränke umgebaut werden. Dies spart Geld für zumeist sehr teure, große Aluminiumvolieren.
Als Einrichtungsgegenstände empfehlen sich Tonröhren, größere Häuser, große Papprollen und dicke Äste zum Klettern. Gerne werden auch Mangrovenwurzeln oder Korkröhren zum Nestbau verwendet.
Ein Sandbad sollte auf jeden Fall zur Verfügung stehen – am Besten man trennt ein Teil des Beckens als kleine Sandfläche ab – dieses muss täglich gewechselt werden, da es gerne als Toilette genutzt wird.
Verhalten
Die Persische Rennmaus eignet sich für berufstätige Personen, da sie erst abends munter werden. Genauso für Leute, die Interesse an einer zahmen, frechen und neugierigen Rennmausart haben.
Persische Rennmäuse sind sehr neugierige Tiere die mit etwas Geduld und Leckerchen sehr schnell zahm werden und auch gerne auf ihrem Menschen herumtollen und klettern. Dennoch eignen sie sich nur bedingt als Haustiere für kleine Kinder, da sie doch schnell mit ihren nicht geringen Zähnchen zeigen, wenn es ihnen zuviel wird. Persische Rennmäuse legen gerne große Futtervorräte an, bei denen der Halter sich oft fragt, ob das Futter überhaupt gefressen oder nur gebunkert wird.
Sie sind rechte Joker, tollen gerne mit Artgenossen herum und liefern sich Verfolgungsjagden im Becken. Bei solchen Aktionen wird deutlich, wie wichtig ausreichende Klettermöglichkeiten sind.
Nachwuchs
Die Tragzeit bei den Persischen Rennmäusen beträgt zirka 28 Tage.
Das Muttertier nutzt zumeist eine gute Versteckmöglichkeit, die gerne auch unterirdisch liegen kann, und verbirgt ihren Nachwuchs, bis dieser zumeist schon befellt das Nest von alleine verlässt. In dieser Zeit kann es vorkommen, dass das ansonsten sehr zahme Weibchen zum Zwicken neigt, um das Nest und die Jungen zu beschützen.
Persische Rennmausweibchen sind in der Regel, wenn sie nicht durch äußere Einflüsse stark gestört werden, sehr gute und fürsorgliche Mütter, die in freier Wildbahn jeweils im Herbst und im Frühjahr bis zu zehn Jungtiere bekommen können. In der Heimtierhaltung kann diese geringe Reproduktionsrate jedoch nicht bestätigt werden. Die Erfahrung langjähriger Halter Persischer Rennmäuse zeigt, dass sie durchaus ununterbrochen zirka alle zwölf Wochen bis zu zehn Jungtiere werfen. Sollte eine so hohe Anzahl an Nachkommen nicht erwünscht sein, sollte eine gleichgeschlechtliche Haltung angestrebt werden.
Ernährung
Die Ernährungsempfehlungen für die Mongolische Rennmaus gelten ebenfalls für die Persische Rennmaus.
Allerdings kann gerne auch gröberes Futter mit hinzugegeben werden, beispielsweise Meerschweinchenfutter, da Persische Rennmäuse aufgrund ihrer Körpergröße in der Lage sind, größere Futterbrocken zu fressen. Dennoch sollte das Futter nicht zu fetthaltig sein.
Persische Rennmäuse dürfen gegenüber Mongolischen Rennmäusen mehr tierisches Eiweiß angeboten bekommen. Die Eiweißgabe sollte zirka doppelt so hoch sein wie für die Mongolen.
Beim Frischfutter kann sich ebenfalls an die Empfehlungen für Mongolische Rennmäuse gehalten werden. Falls Persische Rennmäuse keine separate Wasserquelle in Form einer Trinkflasche oder einem Wassernapf zur Verfügung gestellt werden, sollte dringend auf eine ausreichende Zufuhr von frischem Obst sowie Gemüse geachtet werden.




