Kleinraummethode

Kleinraummethode

Kleinraummethode

Bild: rennmaus.de 

Um zu vergesellschaftende Rennmäuse schneller aneinander zu gewöhnen und einen gemeinsamen Gruppengeruch entstehen zu lassen, bietet sich als alternative Vergesellschaftungsvariante zum Trenngitter die Kleinraummethode an, da den Rennmäusen kaum Platz für Gejage gegeben wird.

Die Kleinraummethode ist für alle Beteiligten, Halter sowie Rennmäuse, die stressigste, wenn auch kürzeste Methode einer Zusammenführung.

Gute Beobachtung, Geduld, Ruhe und unverzügliches Eingreifen, wenn nötig, sind die Grundvoraussetzungen für die Kleinraummethode.

Der Kleinraum eignet sich als Ergänzung zur Trenngittermethode nach erfolgreichem Direktkontakt. Sehr erfahrene Rennmaushalter werden im Kleinraum auch eine Jung- mit einer Altmaus zusammenführen können, ohne das Trenngitter einsetzen zu müssen. Die Kleinraummethode ohne vorherigen Trenngitterkontakt sollte nur von erfahrenen Haltern angewendet werden, die eine sehr gute Kenntnis des Sozialverhaltens vorweisen können.

Hinweis: Für Anfänger ist die Kleinraummethode als alleinige Vergesellschaftungsmethode nicht geeignet.

Durchführung einer Kleinraumvergesellschaftung

Bild: rennmaus.de

Kleinraummethode bei der Rennmausvergesellschaftung

Die Rennmäuse werden möglichst zeitgleich in einer Transportbox oder in einem abgetrennten Aquariumabteil (zirka 40 x 30 cm) mit wenig Einstreu und Futter zusammengesetzt. Um die Versorgung mit Flüssigkeit zu gewährleisten, kann Gurke gegeben oder in gleichmäßigen Zeitabständen eine Trinkflasche zur Verfügung gestellt werden.

Auf engem Raum wird die Rangordnung meist mit Rangeleien und Gefiepe festgelegt. Jetzt heißt es Ruhe bewahren, gut beobachten und nur dann mit behandschuhter (!) Hand eingreifen, wenn es zu heftigen Streitereien und Verbeißungen kommt.

Im Normalfall richten sich die Rennmäuse voreinander auf und betrommeln sich gegenseitig mit den Vorderpfoten. Sobald Unterwerfungsgesten (zu Boden gehaltener Kopf, geschlossene Augen) erkennbar sind, die Rennmäuse ruhiger werden oder gemeinsam fressen, ist ein erster großer Schritt geschafft.

Sich mehrmals wiederholende, langsam abschwächende Rangordnungskämpfe sind durchaus normal, solange es zu keinen heftigen Streitereien kommt.

Hinweis: Sollten sich die Tiere auf dieser Größe aus dem Weg gehen oder sich jagen, kann eine weitere vorübergehende Verkleinerung durchaus sinnvoll sein. Dies ist allerdings immer vom Einzelfall abhängig. Bei Unsicherheit des Halters wird im rennmaus.de Forum über das Vorgehen und den zur Verfügung gestellten Platz gerne Unterstützung gegeben.

Eine weitere Verkleinerung auf beispielsweise die Größe einer kleinen Transportbox sollte nicht zu einer dauerhaften Lösung werden, kann sich aber kurzzeitig zur besseren Bildung der Gruppenstabilität positiv auswirken.

Verbissene Rennmäuse müssen sofort getrennt werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Rennmäuse nicht gewaltsam getrennt werden, beispielsweise durch das Ziehen am Schwanz.

Oft werden ein paar Spritzer Wasser aus einem Wassersprüher zur Unterstützung einer raschen Trennung eingesetzt. Die Problematik liegt hierbei in der Dosierung des Wassers. Um Erkältungen und damit vermutlich verbundene Komplikationen zu vermeiden, raten wir vom Einsatz eines Wassersprühers ab!
Eine gut geeignete Alternative stellt ein Stück Karton dar, das im Notfall zwischen die sich verbissenen Rennmäuse geschoben wird. Meist lassen sie dann von dem anderen Tier ab. 
Schwere Verletzungen müssen unbedingt behandelt und desinfiziert werden, notfalls die verletzte Rennmaus einem Tierarzt vorstellen.
Selbstverständlich müssen die Tiere unverzüglich räumlich getrennt werden und dürfen keine weitere Angriffsmöglichkeit haben. 
Nach einer Beißerei sollte immer eine Ursachenforschung erfolgen, um möglichst genau herauszufinden, warum der Zusammenführungsversuch in einer Beißerei endete. 
Mögliche Gründe sind: 

  • Die Tiere wurden zu früh zusammen gesetzt, da sie zu wenig Zeit am Trenngitter für eine Geruchsangleichung hatten
  • Die Tiere können "sich generell nicht riechen"

Je nach Ursache muss dann entschieden werden, ob eine Fortführung der Vergesellschaftung durch eine Verlängerung der gemeinsamen Zeit am Trenngitter sinnvoll ist oder ob von einem weiteren Vergesellschaftungsversuch abgesehen wird. Im letzten Fall sollte jeder Maus ein neuer, passenderer Partner gesucht werden.
Unterstützung in der Entscheidungsfindung leistet das rennmaus.de-Vergesellschaftungsforum gerne.

Um nach einem erfolgreichen und friedlichen Direktkontakt im Kleinraum die Stabilität der Gruppe zu fördern, werden die Rennmäuse im gewählten Vergesellschaftungskleinraum belassen und je nach Verhalten, ein bis zwei Tage später, mit der bisherigen Einstreu in das verkleinerte Aquarium / Terrarium gesetzt. Nur sehr langsam sollte mehr Raum angeboten werden. Bei auftretenden Streitereien muss das Platzangebot sofort wieder verkleinert werden oder eine Transportbox zum Einsatz kommen.

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