Mycoplasmose

Mycoplasmose

Mycoplasmose

Bild: kathrin87maus 

Kann die Rennmaus auch Husten und die Grippe bekommen? Und wenn ja, was ist dann zu tun? Die Krankheiten, die eine Rennmaus bekommen kann, werden hier genauer erläutert. Ein Gang zum Tierarzt kann jedoch nicht ersetzt werden.

Mycoplasmose ist die häufigste Erkrankung der oberen Atemwege bei Ratten und Mäusen. Der Erreger ist ein Bakterium namens Mycoplasma pulmonis.

Eine Übertragung erfolgt entweder durch indirekten Kontakt, beispielsweise durch Partikel in der Luft, oder direkten Kontakt, beispielsweise beim Deckakt sowie im Mutterleib.
Die Infektion verläuft anfänglich meist unbemerkt. Zu einem Ausbruch der Krankheit kommt es erst durch eine Schwächung des Immunsystems, eine Reizung der Atemwege sowie durch eventuelle Infektionen mit anderen Erregern. Ein starkes Immunsystem schützt nicht vor der Ansteckung mit Mycoplasmen, aber vor dem Ausbruch der Krankheit. Völlig gesund erscheinende Tiere können Träger des Erregers sein, erkranken aber möglicherweise nie selbst.
Ausbruchfördernde Faktoren können Stress, Fütterungsfehler, schlechte Haltungsbedingungen  ( beispielsweise eine hohe Ammoniakkonzentration in der Umgebungsluft ), Zugluft, sowie andere Infektionskrankheiten sein. Bei jungen Tieren mit intaktem Immunsystems verläuft die Infektion meist ohne Symptome. In der Regel wird eine Erkrankung bei Tieren im Alter von ein bis eineinhalb Jahren festgestellt.

Typische mögliche Anfangssymptome sind:

  • Niesen
  • zwitschernde Geräusche
  • Nasen und Augenausfluss ( rötliches Sekret) bei Sekundärinfektionen

Durch die Entstehung einer Lungenentzündung, die durch eine Erregeransiedlung in tieferen Bereichen der Atemwege erfolgen kann, kommt es zu deutlichen knackenden und knarrenden Atemgeräuschen.
Die Störung des Allgemeinbefindens und die zunehmende Atemnot (Flankenatmung), begünstigt eine Verminderung der Nahrungsaufnahme und damit eine fortschreitende Abmagerung.

Komplikationen durch Mycoplasmen können auch in anderen Organen auftreten.
So können Mittelohrentzündungen, Gelenkversteifungen und auch genitale Entzündungen der weiblichen Geschlechtsorgane durch Mycoplasmen ausgelöst werden.
Hierbei können auch Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit ausgelöst werden.

Da der Erreger im Bereich der Nasenhöhlen und den tieferen Atemwegen lokalisiert ist, ist eine genaue Diagnose am lebenden Tier nicht möglich.
In der Praxis erfolgt daher die Diagnose überwiegend anhand der Symptome. Daher wäre es falsch, bei Atemgeräuschen direkt Mycoplasmen als Ursache zu vermuten. 

Bei einem kürzlich verstorbenen Tier kann eine Probenentnahme durchgeführt werden, um bei positivem Nachweis von Mycoplasen einen größeren Tierbestand und die direkten Partnertiere gezielt zu behandeln.

Allerdings ist die Anzüchtung von Mycoplasmen schwierig und daher nicht immer erfolgreich.
Die Erreger werden auch bei einer geeigneten Therapie nicht abgetötet und auch nach erfolgter Behandlung bleiben die Tiere Träger des Erregers!

Eine Antiobiotika-Therapie mit folgenden Wirkstoffen hat sich bewährt:

  • Enrofloxacin
  • Marbofloxacin
  • Erythromycin
  • Oxyetrazyclin
  • Doxycyclin

Bei Nichtanschlagen muss auf ein anderes Antibiotikum gewechselt werden.
Hilfreich für die erkrankten Tiere ist auch ein schleimlösendes Mittel, wie z.B. Acetylcystein oder Bromhexin.
Unterstützend können Kamilleinhalationen zur Schleimlösung durchgeführt werden.
Begleitend müssen alle oben genannten möglicherweise auslösenden Faktoren abgestellt werden. Bei hochgradiger Atemnot überleben die Tiere meistens nicht.

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