Erkrankungen der Haut

Erkrankungen der Haut

Erkrankungen der Haut

Bild: kathrin87maus 

Kann die Rennmaus auch Husten und die Grippe bekommen? Und wenn ja, was ist dann zu tun? Die Krankheiten, die eine Rennmaus bekommen kann, werden hier genauer erläutert. Ein Gang zum Tierarzt kann jedoch nicht ersetzt werden.

Rennmäuse sondern ein öliges Sekret ab, mit dem sie ihr Fell pflegen. Bei diesem Sekret handelt es sich um Absonderungen der Harderschen Drüse. Durch den Lidschluss wird das Sekret entleert und über den Tränennasenkanal zu den Nasenlöchern transportiert. Von dort wird es zusammen mit dem Speichel beim Putzen über den Körper verteilt. Mit Hilfe dieses Sekretes ist die Regulation der Körpertemperatur möglich.

Symptome: Fellverlust oder Bereiche mit kurzgebissenem Haar, vor allem um den Schwanzansatz und/oder am Kopf. Entweder wird das Fell von der betroffenen Rennmaus selbst oder von einem der Artgenossen beknabbert. Auch Reiben an der Käfigeinrichtung kann Fellverlust hervorrufen.

Behandlung und Vorbeugung: Fellbeißen tritt unter Stress auf, bei zu großen Gruppen oder Langeweile beziehungsweise mangelnder Beschäftigung.

Symptome: Haarverlust um die Nase. Dies kann durch permanentes Gitternagen hervorgerufen werden, aber auch durch raue Oberflächen im Käfig, exzessives Graben in der Einstreu oder durch die Fütterung durch Raufen aus Drahtgitter.

Behandlung und Vorbeugung: Bei einer Sekundärinfektion (beispielsweise durch Staphylokokken) sollten Antibiotika verabreicht werden. Außerdem sollte die Gruppe, wenn noch nicht geschehen, in ein Aquarium oder Terrarium umgesiedelt werden. Eventuell ist auch ein Wechsel der Einrichtung oder der Einstreu nötig. 

Staphylokokken Dermatitis

Symptome: Entzündete Hautpartien, die eventuell eitern. Hervorgerufen wird das durch das Eindringen von Bakterien in Bisswunden oder Abschürfungen, entstanden durch das Graben in rauer/scharfer Einstreu. Infektionen durch Staphylokokken, vor allem Staphylococcus aureus, sind oft auch die Folge von nasaler Dermatitis. 

Behandlung: Behandelt wird hier mit Antibiotika. Scharfe Einstreu muss entfernt werden. Wenn Kämpfe die Ursache für die Verletzungen waren, sollten die Tiere getrennt oder die Gruppe verkleinert werden.

Allergische Dermatitis

Durch Milben, beispielsweise Vorratsmilben, hervorgerufene allergische Dermatitis.

Behandlung: nur mit entsprechenden Mitteln. Außerdem sollte das Futter für ein bis zwei Tage eingefroren werden.

Symptome: Die Erkrankung beginnt mit kleinen Bläschen auf der Rückenhaut, der Beine/Füße, der Ohren und eventuell des Schwanzes. Die Bläschen können aufplatzen und Fellverlust tritt ein. Die Haut ist trocken, flockig/schuppig und entzündet. In der Regel tritt die Erkrankung nur bei geschwächten Tieren (während der Trächtigkeit, in hohem Alter, unter Stress, bei Unterernährung) auf.

Behandlung: Äußere Anwendung von Lösungen gegen Milben und eventuell die Gabe oraler Mittel. Stressfaktoren müssen eliminiert und befallene Tiere sollten isoliert werden. Vitaminpräparate, insbesondere Vitamin C, können unterstützend wirken.

Andere Parasiten (Flöhe, Läuse) sind bei Rennmäusen nicht weit verbreitet und resultieren aus Kontakt zu anderen Tieren. Bei Kontakt zu Vögeln oder deren Käfigen können sich Rennmäuse mit der Roten Vogelmilbe anstecken. Diese löst Juckreiz aber auch Anämie aus, die fatal für junge Rennmäuse sein kann.

Symptome: Haarausfall und Zunahme der Hornschicht auf der Haut treten auf. 

Begünstigende Faktoren: Überfüllung der Käfige, feuchte oder ungeeignete Einstreu, zu hohe Temperaturen, Hauterosionen, eine allgemeine Resistenzminderung, kontaminiertes Futter

Diagnose: Mikroskopuntersuchung und eine Kultur/Laboruntersuchung sind erforderlich.

Behandlung: mit geeigneten, vom Tierarzt gegebenen Mitteln, zur oralen Verabreichung oder zum Auftragen. Behausung und Einrichtung sollten mit entsprechenden Mitteln gesäubert werden. Außerdem ist ein Einstreuwechsel notwendig.

Es treten Karzinome, Lymphsarkome und Melanome bei Rennmäusen auf. Mehr zum Thema Tumore.

Ovarzysten

Eierstock- beziehungsweise Follikelzysten kommen bei älteren Rennmäusen häufig vor. Diese können einen Durchmesser von bis zu fünf Zentimeter erreichen und sind häufig beidseitig.

Symptome: Symmetrischer Haarausfall und mattes Fell. Geschwollener Bauch, Lethargie, Abmagerung, Kurzatmigkeit beim Wachstum einer Zyste. Betroffene Weibchen haben kleinere Würfe oder sind unfruchtbar.

Diagnose: Basierend auf den Symptomen; Abtastung des Abdomen, Ultraschall, Röntgenuntersuchung.

Behandlung: Operative Entfernung der Zyste.

Hyperkortizismus (Cushing-Syndrom)

Hyperkortizismus (Cushing-Syndrom) ist selten, wurde aber berichtet.

Symptome: Symmetrischer Haarausfall an Flanken und Hinterläufen. Andere Hautveränderungen wie Hyperpigmentation und Verlust der Elastizität, Hyperkeratose.
Polydipsie, Polyurie, Polyphagie werden ebenfalls beobachtet. 
Diagnose: Blutuntersuchung scheidet aufgrund des benötigten Blutvolumens in der Regel aus. Eventuell dennoch Bestimmung hoher Serumkortisolwerte möglich. Hyperlipämie, Hyperglykämie. Bei Ultraschalluntersuchungen könnte eine vergrößerte Nebenniere zu erkennen sein.

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