Tumorerkrankungen
Tumore treten bei Mongolischen Rennmäusen leider recht häufig auf, dabei sind sie meist bei älteren Tieren zu finden. Es gibt bei Rennmäusen verschiedene Arten von Tumoren, die es zu unterschieden gilt.
So gibt es außen liegende Tumore, die nach außen wachsen, nicht immer von Haut bedeckt und in der Regel gut zu sehen sind. Solche Tumore sind meist relativ leicht zu entfernen. Daneben gibt es die innen liegenden Tumore, die im Idealfall durch Beulen auf sich aufmerksam machen sowie solche, die je nach Lage möglicherweise gar nicht zu sehen sind. Diese Tumorart ist nur mit Komplikationen zu entfernen, da der Zugang zum Tumor erschwert ist und die Rennmaus bei einer Operation mehr Blut verliert.
Mögliche Symptome
- fühlbare Verdickung unter der Haut
- sichtbare Ausbeulung unter der Haut
- je nach Art und Lage des Tumors direkt sichtbar verändertes Gewebe
- eventuell aufgeblähter Bauch
- allgemeine Krankheitsanzeichen wie Abmagerung, Trägheit
- in seltenen Fällen Anzeichen anderer Erkrankungen, die von einem verborgenen Tumor ausgelöst werden können
Eine häufig auftretende Art von Tumoren bei der Mongolischen Rennmaus ist der Duftdrüsentumor, den man sowohl direkt an der Duftdrüse sehen als auch beispielsweise als Beule unter dem Fell erfühlen kann.
Äußerlich nicht sichtbare Tumore, die innere Organe befallen und dadurch keine Auffälligkeiten in Form von Beulen oder ähnliches hervorrufen, werden meist recht spät bemerkt. Die Rennmaus weist oft schon durch den Tumor verursachte Beschwerden auf. Ein Tumor kann demnach auch für sogenannte Sekundärerkrankungen verantwortlich sein, beispielsweise können Gleichgewichtsstörungen in seltenen Fällen von einem Tumor im Innenohr oder Gehirn ausgelöst werden. Auch epileptische Anfälle oder Verhaltensstörungen können ein Hinweis auf einen Gehirntumor sein.
Mögliche Ursachen
Die Ursachen für Tumore bei Rennmäusen können meist nicht festgestellt werden. Eine gewisse Anfälligkeit für Tumore wird vererbt und ist daher genetisch bedingt. Auch Umwelteinflüsse können zu den Ursachen zählen, aufgrund der kurzen Lebenserwartung der Tiere allerdings nicht in einem solchen Ausmaß wie beim Menschen.
Duftdrüsentumor
Der häufigste Tumor bei der Mongolischen Rennmaus ist der Duftdrüsentumor. Er kann aus einer Entzündung der Duftdrüse hervorgehen, aber auch ohne vorherige Erkrankung auftreten. Da es sich in den meisten Fällen um außenliegende Tumore handelt und sich der Blutverlust der Rennmaus dabei in Grenzen hält, ist ein Duftdrüsentumor operativ gut zu enfernen. In der Regel wird der Tierarzt die Entfernung der kompletten Duftdrüse als sinnvoll ansehen, da sonst das erneute Auftreten eines weiteren Tumors zu erwarten ist.
Da die Rennmaus einen solchen Tumor ab einer gewissen Größe auch meist als sehr störend empfindet, wird sie versuchen, ihn durch Beißen zu entfernen.
Veränderungen an oder im angrenzenden Gewebe der Duftdrüse müssen nicht immer bösartig sein. Es ist möglich, eine Gewebeveränderung nach deren Entfernung durch einen Tierarzt an ein patholigisches Institut zu senden, um herauszufinden, worum es sich handelt. Das Ergebnis ist dann auch grundlegend für die weitere Beurteilung, sofern diese Gewebeveränderung erneut auftritt.
Wir haben auf einer separaten Informationsseite einen Bericht über die Entwicklung und Behandlung eines vermuteten, aber nicht als bösartig bestätigten Duftdrüsentumor bereitgestellt.
Behandlung
Falls der Verdacht auf einen Tumor besteht, sollte die Rennmaus schnellstmöglich einem Tierarzt vorgestellt werden. Er wird die Art des Tumors feststellen und über mögliche Heilungschancen aufklären, die stark abhängig sind von Art und Lage des Tumors sowie vom Alter der Rennmaus. So werden beispielsweise Gehirntumore bei Kleinnagern aufgrund der zu erwartenden Komplikationen während einer Operation und der schlechten Heilungschancen eher nicht durchgeführt. Ein Duftdrüsentumor kann allerdings meist gut operiert werden.
Wird bei einer Rennmaus ein Tumor operativ entfernt, trägt auch die Narkoseart maßgeblich zum Erfolg der Operation bei, da eine Narkose für Kleinnager ein Risiko darstellt. Besonders zu empfehlen ist dabei die Inhalationsnarkose, da diese eine gute Dosierung ermöglicht. Die übliche Injektionsnarkose birgt ein großes Risiko, da diese bei Überdosierung zum Tod der Rennmaus führen kann. Bei der Wahl des Tierarztes ist darauf zu achten, welche Narkose verwendet wird.
Die Kosten für eine Operation sind sehr unterschiedlich, von daher empfiehlt es sich, gegebenenfalls verschiedene Tierärzte anzufragen. Bei einem Informationsgespräch kann der Halter auch über die Art der Narkose aufgeklärt werden.
Laserbehandlung
Eine Alternative zur Operation bei Tumoren bietet eine Laserbehandlung, die jedoch nicht immer möglich ist und nur vereinzelt angeboten wird.
Laser werden in nahezu allen Naturwissenschaften bereits erfolgreich eingesetzt und erreichen vor allem in der Medizin auch ohne eine aufwändige Operation erstaunliche Erfolge. Laserlicht hat sich besonders bei Behandlungen von Tumoren, die sich an Duftdrüse oder Ohr befinden, bewährt.
Meist wird das Soft-Lasersystem verwendet, das im Bereich niedriger Leistungsdichten arbeitet. So entstehen photochemische Prozesse durch die Aufnahme (Absorption) des Laserlichts in den Gewebeschichten. Dieser Lasertyp wirkt äußerst stimulierend auf Zellen und Gewebe. Man nennt ihn deshalb auch Biostimulationslaser. Diese Laser werden äußerlich zur Beschleunigung/Verbesserung des Heilungsprozesses eingesetzt. Sie sind nicht zu verwechseln mit chirurgischen Lasern, mit denen Gewebe geschnitten oder geschweißt wird und bei Operationen verwendet wird.
Am Beispiel der Laserakupunktur, bei der Laser niedriger Intensität verwendet werden, liegt der größte Vorteil in der kurzen Behandlungsdauer. Vor allem zappelige Patienten wie Rennmäuse können so erfolgreich behandelt werden. Wichtig ist aber, dass, obwohl die Haut hier nicht durchstochen oder gebrannt wird, die Therapie nicht gefühlsärmer ist als die Nadelung, denn nicht der Stich, sondern die Wirkung auf den Akupunkturpunkt ruft das Gefühl hervor.
Nachsorge
Hat die Rennmaus eine Operation überstanden, ist eine ausreichende Wärmeversorgung wichtig, da der Kreislauf durch die Narkose sehr geschwächt ist.
Eine Trennung von der gewohnten Gruppe bedeutet zusätzlichen Stress für das kranke Tier. Meist kümmern sich die anderen Gruppenmitglieder auch um die kranke Rennmaus, wärmen sie und spenden ihr durch Anwesenheit Trost.
Bei einer anstehenden Operation stellt sich auch die Frage, ob man die ganze Gruppe mit zur Operation nimmt oder nicht. Dies sollte individuell mit dem Tierarzt vereinbart werden, denn eine pauschale Lösung gibt es hierfür nicht. Jede Maus ist anders und da der Halter seine Mäuse am besten kennt, kann nur dieser in etwa einschätzen, wie die eigenen Rennmäuse auf eine Operation eines Gefährten oder eine eventuelle Trennung für den Zeitraum reagieren. Für die kranke Rennmaus selbst ist es angenehmer, in vertrauter Gesellschaft zu bleiben und dies erspart ihr auch den Stress einer anschließenden Vergesellschaftung. Andererseits ist das Tier nach einer Operation erst einmal geschwächt und riecht nach Medikamenten, was Gruppenmitglieder irritieren oder sie gar dazu verleiten kann, die kranke Rennmaus anzugreifen.
Wie in dieser speziellen Situation auch entschieden wird, werden die Rennmäuse längere Zeit voneinander getrennt (es reichen unter Umständen schon wenige Stunden), ist meist eine Vergesellschaftung nötig, wenn die Gruppe wieder zusammengeführt werden soll.
Um das Infektionsrisiko an der Operationswunde so gering wie möglich zu halten, empfiehlt es sich, die betroffene Gruppe ein paar Tage auf Küchenpapier zu halten, damit keine Streu in die Wunde gelangen kann. Auch auf ein Sandbad sollte zunächst verzichtet werden, bis die Wunden weitestgehend verheilt sind.
Vorbeugende Maßnahmen
Vorbeugen im eigentlichen Sinn kann man gegen Tumore nicht. Jedoch kann bereits beim Gesundheitscheck zu Hause auf Tumore hin geprüft werden, um diese möglichst frühzeitig zu erkennen. Eine artgerechte Haltung, wenig Stress und ein guter Allgemeinzustand der Rennmaus können das Risiko für Tumore jedoch senken.




