Sonstige Erkrankungen

Sonstige Erkrankungen

Sonstige Erkrankungen

Bild: kathrin87maus 

Kann die Rennmaus auch Husten und die Grippe bekommen? Und wenn ja, was ist dann zu tun? Die Krankheiten, die eine Rennmaus bekommen kann, werden hier genauer erläutert. Ein Gang zum Tierarzt kann jedoch nicht ersetzt werden.

Herzschlag, Kreislaufkollaps oder Fettsucht – auch Rennmäuse sind davon betroffen. Wie diese und ähnliche Erkrankungen erkannt und behandelt werden können, wird im Folgenden aufgeführt.

Obwohl Rennmäuse zu den Wüstenbewohnern gezählt werden, entgehen sie der Hitze, indem sie sich in ihre unterirdischen Gangsysteme zurückziehen. Dies ist ihnen als Heimtier nur bedingt möglich. So können die Tiere ab einer Temperatur von zirka 35 Grad einen Hitzschlag erleiden. Die Wärmeverträglichkeit nimmt mit zunehmender Luftfeuchtigkeit ab, so dass der kritische Wert eventuell sogar früher erreicht wird.

Symptome: Kollaps, Hecheln/Keuchen und Zittern können beobachtet werden.

Behandlung: Die Maus sollte an einen kühlen Ort gebracht und eventuell in mit kühlem Wasser getränkten Stoff gehüllt werden. Flüssigkeit kann zugeführt werden. Ferner kühle Infusionen mit Vollelektrolytlösungen und ein schnell wirkendes Prednisolon-Mittel. Aufgrund der Gefahr einer Blutvergiftung durch Nierenversagen und eines Hirnschlags ausgehend von der Überwärmung des Körpers sollten die Tiere zwingend antibiotisch abgeschirmt werden. Die Prognose bei einem Hitzschlag ist zweifelhaft. Selbst scheinbar genesene Tiere können nach einiger Zeit zum Beispiel an akutem Nierenversagen versterben.

Die Diagnose von Herz- und Kreislauferkrankungen ist nicht einfach oder gar nicht möglich. (Lungen-)Ödeme, Bauchhöhlenergüsse und Stauungen der Skleralgefäße und der Halsvene können in Verbindung mit Herzinsuffizienzen und Arteriosklerose auftreten. Unspezifische Symptome wie Apathie, Appetitlosigkeit, Abmagerung, Koordinationsstörungen und Lähmungen, Anfallgeschehen/neurologische Ausfallerscheinungen, Atembeschwerden, pumpende Flankenatmung können ebenfalls ein Hinweis für eine Herzinsuffizienz sein.

Insbesondere bei älteren Zuchtweibchen kann sich eine mehr oder weniger ausgeprägte Arteriosklerose entwickeln. Männliche Tiere hingegen scheinen besonders für Herzmuskelerkrankungen anfällig zu sein. Schätzungsweise bei 50 Prozent der Tiere lassen sich Veränderungen in Folge von der Unterversorgung von Gewerbe durch Sauerstoffmangel im Blut nachweisen.

Durch ein Überangebot an Fetten im Futter - enthalten beispielsweise in Sonnenblumenkernen oder anderen ölhaltigen Sämereien - können Rennmäuse, ohnehin zu Lipidämie (Überfettung des Blutes) neigend, hohe Fettwerte im Blut aufweisen.

Bei falscher Ernährung mit einem zu hohen Energie-/Fettgehalt - insbesondere in Verbindung mit mangelnder Beschäftigung und Bewegung - können Rennmäuse Fettleibigkeit entwickeln. Zwar können auch andere Faktoren, wie Vererbung oder Erkrankungen die zu Stoffwechselstörungen führen (zum Beispiel Schilddrüsenfehlfunktion, Cushing-Syndrom), der Auslöser sein, aber in der Heimtierhaltung ist primär auf eine Überversorgung durch falsche Fütterung abzustellen.

Die Hepatopathie (Leberverfettung) ist bei Heimtieren die am häufigsten vorkommende Lebererkrankung, die aus einem Überangebot an kalorienreichem Futter resultiert. Eine Fettleber kann insbesondere in einer Energiemangelsituation zu Organversagen führen.

Dabei sind adipöse Tiere, in deren Leber bereits Fett eingelagert ist, besonders durch die toxische und stoffwechselbedingte Verfettung durch Lipolyse gefährdet, die sich im Rahmen eines Energiedefizits einstellt. 

Aber auch die Leber normal ernährter Tiere kann durch eine Erkrankung mit Appetitlosigkeit und mangelnder Energieversorgung und das überstürzte Einschmelzen von Fettreserven schnell geschädigt werden.
Ist die Schädigung zu weit fortgeschritten und zeigen die Tiere neurologische Ausfallerscheinungen/Krämpfe, kann ihnen nicht mehr geholfen werden.

Behandlung: In weniger akuten Fällen sollte eine Stabilisierung des Tieres durch Infusionen stattfinden. Außerdem umgehende Zwangsfütterung zur Deckung des Energiebedarfs und Ermittlung der Ursache für die Inappetenz und Energieunterversorgung, die zu der Stoffwechselentgleisung geführt haben.

Hinweise: Der Ernährungsplan verfetteter Tiere muss zwingend auf eine hochwertige und der Tierart angemessene Fütterung umgestellt werden. Das Angebot von „Leckerbissen“ ist einzuschränken oder ganz einzustellen.

Infektiöse und tumoröse Veränderungen beziehungsweise Schädigungen kommen ebenfalls für eine Leberverfettung in Frage. Schäden in Folge bakterieller Infektionen werden insbesondere von Streptokokken und Staphylokokken zum Beispiel im Rahmen von Allgemeininfektionen und durch B. piliformis (Tyzzer´s Disease) hervorgerufen.

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