Durchfallerkrankungen

Durchfallerkrankungen

Durchfallerkrankungen

Bild: kathrin87maus 

Kann die Rennmaus auch Husten und die Grippe bekommen? Und wenn ja, was ist dann zu tun? Die Krankheiten, die eine Rennmaus bekommen kann, werden hier genauer erläutert. Ein Gang zum Tierarzt kann jedoch nicht ersetzt werden.

Durchfall ist eine der häufigsten Erkrankungen bei Mongolischen Rennmäusen, der dem kleinen Körper sehr schnell Nährstoffe und Flüssigkeit entzieht, ihn extrem schwächt und somit innerhalb weniger Stunden zum Tode führen kann. Frühzeitiges Erkennen und Eingreifen ist deshalb extrem wichtig.

Ein Tierarzt muss unbedingt und schnellstmöglich beim ersten Auftreten der Symptome aufgesucht werden! Hausmittel können bei der Behandlung unterstützend gegeben werden, sollten bei Durchfall jedoch NIE das Mittel der ersten Wahl sein!

  • kotverschmierter Afterbereich
  • aufgeplustertes Fell
  • trüber Blick
  • aufgeblähter Bauch
  • rasche Gewichtsabnahme
  • schmieriger bis flüssiger Kot
  • Ermüdungserscheinungen
  • wärmesuchend
    Oft wird die Hand als Wärmespender regelrecht gesucht, auch wenn das Tier vorher nicht sehr zutraulich war.
  • Rennmaus wirkt ausgetrocknet
    etwas Haut hochziehen; bei dehydrierten Tieren bewegt sie sich nur sehr langsam oder gar nicht in die Ausgangsposition zurück

Es gibt viele Hinweise, die auf eine mögliche Durchfallerkrankung schließen lassen. Die wohl eindeutigsten unter ihnen sind sichtbare Kotrückstände am Tier, am Fell der anderen Tiere und in der Behausung. Bei Durchfall ist der Kot der Mongolischen Rennmaus dünnflüssig bis wässrig und riecht oft streng. 

  • Parasiten (zum Beispiel Würmer) und Bakterien
  • Viruserkrankung
  • Stress 
  • zu plötzliche Futterumstellung
  • Nährstoffmangel
  • verdorbenes oder ungeeignetes Futter
  • Frischfutter (Obst und Gemüse) 

Die genannten Ursachen können allein oder kombiniert Auslöser sein.

Stress kann durch viele verschiedene Umstände hervorgerufen werden: Lange Autofahrten, anstrengende Vergesellschaftungen oder eine unruhige Umgebung sind nur einige Beispiele für Stressverursacher. Es reagiert jede Rennmaus anders auf äußere Einflüsse. Was die eine nicht interessiert, bedeutet für ein anderes Tier extremen Stress.

Falsche Ernährung beziehungsweise ein zu schneller Futterwechsel kann ebenfalls zu Durchfall führen. Aber auch die Umgewöhnungsphase von Muttermilch auf feste Nahrung kann unter Umständen  Darmprobleme hervorrufen, deren Resultat so genannter Nestlingsdurchfall ist. Tiere, die kein Frischfutter gewöhnt sind, können auf dessen Einnahme mit Durchfall reagieren. Aber auch größere Mengen von Frischfutter, fehlende Nährstoffe (beispielsweise durch Mangelernährung) und verdorbenes Futter können diese Wirkung haben.

Weitere Möglichkeiten sind Parasitenbefall oder eine bakterielle Infektion. Diese können sich durch fremde Tiere und durch Futter einschleichen oder auch durch den Menschen übertragen werden. Eine Kotuntersuchung beim Tierarzt schafft Gewissheit. Dazu sollte der Kot von der gesamten Gruppe untersucht werden.

Im akuten Fall reicht es, frischen Kot aus dem Aquarium oder Terrarium zu nehmen, jedoch ist es für eine sichere Diagnose sinnvoll, den Kot einiger Tage zu sammeln, da sich bestimmte Parasiten nicht zu jeder Zeit im Kot nachweisen lassen  Ein Tierarzt wird den Kot auf Parasiten hin untersuchen und gegebenenfalls ein entsprechendes Medikament verabreichen.

Sollte der Tierarzt selbst nicht fündig werden, so wird der Kot zur weiteren Untersuchung in ein Labor geschickt und der Rennmaus trotzdem vorsorglich ein Antibiotikum verabreicht. Des Weiteren werden in den meisten Fällen Vitamincocktails gespritzt, eventuell Flüssigkeit unter die Haut gespritzt und zum Aufbau und zur Unterstützung der Darmflora Bird Bene Bac mitgegeben.

Neben der unbedingt notwendigen tierärztlichen Behandlung kann der Halter außerdem folgende unterstützende Dinge anbieten: 

  • Futterumstellung
  • Haferflocken
  • Banane
  • Heu
  • Hirse
  • stark verdünnter schwarzer, Fenchel- oder Kamillentee (lauwarm!)
  • Verzicht auf Fett und Eiweiß
  • Bird Bene Bac 
  • Wärmetherapie (Wärmelampe, Rotlichtlampe, heißer Stein, Wärmflasche von außen an die Behausung gelegt)
  • viel Flüssigkeit
  • gegebenenfalls Quarantäne der gesamten Rennmausgruppe

Wenn die Rennmaus zu geschwächt ist, um selbständig zu fressen, muss ihr mittels einer Pipette Nahrung zugeführt werden. Es bietet sich an, einen Brei aus Haferflocken, Banane und eventuell etwas zerdrücktes Gemüse (Karotte, Babygläschen) zu füttern. Dieser wird in der Regel gerne angenommen und hilft, die Kräfte wieder aufzubauen.

Des Weiteren ist sicherzustellen, dass die kranke Rennmaus ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Wenn selbständiges Trinken verweigert wird, muss dem Tier Wasser oder stark verdünnter Tee eingeflößt werden. Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um der Dehydrierung durch den Durchfall entgegenzuwirken

Um ein Auskühlen der Rennmaus zu vermeiden, können Wärmequellen wie beispielsweise eine Rotlichtlampe oder eine Wärmflasche angeboten werden. Es ist jedoch immer darauf zu achten, dass die Rennmaus sich auch einen kühleren Platz suchen kann.

Die Gruppe, bei der Durchfall aufgetreten ist, sollte in Quarantäne (räumliche Trennung) gehalten werden, so fern sich noch weitere Tiere im selben Raum befinden.

  • stressfreie Umgebung
  • ausgewogene Ernährung
  • wenig Frischfutter
  • langsame Futterumstellung

Bei einem Besitzerwechsel ist es ratsam, die Mongolische Rennmaus langsam an das Futter ihrer neuen Umgebung zu gewöhnen, indem eine Mischung aus altem und neuem Futter angeboten wird. Der Anteil des neuen Futters wird von Mahlzeit zu Mahlzeit langsam erhöht, bis es schließlich pur gefüttert werden kann.

Daher bietet es sich an, den vorherigen Besitzer um einen kleinen Vorrat des alten Futters zu bitten. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und trotz eines schnellen Besuchs beim Tierarzt kommt es immer wieder vor, dass einer Rennmaus nicht geholfen werden kann. Dies betrifft insbesondere Jungtiere, die vom Nestlingsdurchfall befallen sind. Bisweilen tragen auch Muttertiere Parasiten in sich, ohne dass es zu Krankheitsanzeichen kommt. Erst durch die Schwächung des Immunsystems während der Aufzucht von Jungtieren kann die Erkrankung ausbrechen und auch auf die Jungtiere übergreifen.

Eine abrupte Futterumstellung oder die Aufnahme von schlechtem, altem Futter kann Durchfälle auslösen. 
Symptome: Das betroffene Tier kauert in der Regel in einer Ecke und hat einen kotverschmierten After.

Behandlung: Bei futterbedingten Durchfällen sollte zuerst das verdächtige Futter entfernt werden. Behandlung durch den Tierarzt. Mögliche Mittel: Pfeilwurz-, Kaolin/Pektin-Präparate, Probiotika.

Fütterung: zum Beispiel Himbeer- und Brombeerblätter, gebranntes Toastbrot und Apfelschalen wirken stopfend (Pektin) und können gegeben werden. Gutes Heu sollte zuerst eingeführt werden, dann langsam das Trockenfutter. Flüssigkeitsaufnahme ist sehr wichtig und sollte eventuell durch Verabreichung oder subkutane Injektionen unterstützt werden.

Ist nur ein Tier betroffen, ist es eventuell angebracht, es vorerst nicht von den anderen Tieren zu trennen, damit es nicht zusätzlichem Stress ausgesetzt ist. 
Tiere ohne Appetit können eventuell mit geschälten Sonnenblumenkernen zum Fressen animiert werden. Probiotika wirken ebenfalls appetitanregend. 

Durch Salmonellen ausgelöste Durchfälle sind selten. Eine Ansteckung kann zum Beispiel durch kontaminiertes Futter erfolgen. Dauerausscheider oder Träger kommen bei Rennmäusen kaum vor. Die Erkrankung verläuft in der Regel selbst-limitierend mit spontaner Erholung. Manchmal kann sie eine Septikämie (Gesamtinfektion des Körpers) hervorrufen.

Es können drei Formen der Infektion unterschieden werden:

  1. Dauerausscheidung bei chronisch-inapparenter Infektion
  2. subakute Infektion mit Auffälligkeiten im Kotabsatz, wie unförmigen Kotballen oder gar schweren Durchfällen, struppigem Fell, Abmagerung. Bindehautentzündungen, Lungenentzündungen und Fehlgeburten sind ebenfalls möglich
  3. plötzliche Todesfälle aufgrund akuter septikämischer Erkrankung

Besondere Vorsicht bei der Behandlung ist geboten, da es sich um eine Zoonose handelt. Eine Therapie der Salmonellose ist beim Tier wegen der Zoonosegefahr nicht zu empfehlen, kann jedoch mit Antibiotika und täglicher Flüssigkeitssubstitution per Injektion versucht werden.

Symptome: Flüssigkeitsverlust, struppiges Fell, aufgeblähter Bauch, bei Männchen eventuell geschwollene Hoden.

Diagnose: Kot- oder Blutprobe

Anmerkungen: Während adulte Tiere meist ohne Symptome erkranken, reagieren Jungtiere mit Symptomen wie Durchfall, Appetitlosigkeit und plötzlichem Tod. Die Sterblichkeitsrate kann über 90 Prozent betragen.

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